„Klein“-Kunst

In unserer Tageszeitung wurde heute  in einem  sehr interessanten Artikel  die Künstlerin Julia Brück vorgestellt. Sie hat eine – wie ich finde – ganz wunderbare Idee realisiert, Kunst unters Volk zu bringen.

„Chamäleon“ nennt sie ihr Projekt, für das sie ausrangierte Tabakautomaten selbst umrüstet und mit ihren Miniaturmalereien und Reliefs bestückt. Es funktioniert ähnlich wie früher die Automaten mit Wundertüten: Für sechs Euro zieht man einer der frei wählbaren Metallschubladen und erhält dafür ein entzückendes Einzelstück in einer sechs mal neun Zentimeter großen Pappschachtel:

Die 1970 in Düsseldorf geborene Künstlerin  verfügt inzwischen über 16 Standorte im Einzugsgebiet zwischen Ahr-,Eifel-und Rheinsteig. Für Orte entlang des Jakobswegs hat  Julia  Brück  eine Schar pilgernder Gartenzwerge entworfen, in Unkel die Brücke von Remagen skizziert. Inspirationen holt sie sich von allem, was ihr vor die Füße fällt. Das können Rheinkiesel sein, getrocknete Beeren, der abgestorbene Flügel einer Libelle, Metallschrott – kurz alles, was Natur und Mensch übrig lässt.

Das ganz persönliche Dilemma eines jeden, der sich verleiten lässt, eine Schublade zu ziehen, ist, er weiß nie, was er bekommt. Denn in jedem Automaten, in jeder Schachtel steckt ein individuell gestaltetes, kleines Kunstwerk. Aber selbst eine (im wörtlichen Sinne gemeinte) im Rahmen gehaltene Sammelwut kann dann durchaus wiederum ein ganz eigenes Kunstwerk werden.

Hier hat eine wirklich kreative Künstlerin ihre Werke, Recycling, Marketing und Verkauf perfekt unter einen Hut gebracht: Das finde ich bewundernswert! :applaud:

(Jäger und)Sammler

Wir sind nun mal „Jäger und Sammler“! Wir machen Beute und wir sammeln für unser Leben gern. Genau so wie die von uns immer wieder belächelten, putzigen kleinen Eichhörnchen. :mrgreen:

Gerne wird geschmunzelt über die Tatsache, dass diese süßen Nager ganz einfach vergessen, wo sie etwas gesammelt haben. Das ist bei uns menschlichen Sammlern natürlich ganz anders. Wir kaufen Regale, Vitrinen, füllen Garagen, Keller, Dachböden. Zimmerecken werden vollgestopft mit den Errungenschaften unserer Sammelleidenschaft!

Der ordentliche Homo Sapiens räumt natürlich – mindestens im Frühjahr und Herbst – das alles immer wieder auf, ist überrascht, was sich so alles angesammelt hat (nicht dass er es vergessen hätte) und versucht sicher ab und an sich vorzustellen, er würde sich von all den wunderschönen Dingen  trennen. Eigentlich unvorstellbar! Das funktioniert doch meistens noch, da hängen Erinnerungen dran, noch schlimmer: Es könnte ja etwas wert sein. :grinsgruen:

Mich beschäftigt schon eine ganze Weile die Frage, was ich mit all den wunderbaren, alten Fotoapparaten machen soll. Im Laufe der Jahre haben sich da einige Exemplare angesammelt. Alle noch funktionstüchtig, in entsprechenden Taschen verstaut. Zu ihrer Zeit waren sie das Neueste auf dem Markt! Und jetzt? Mindestens zweimal im Jahr werden neue, bessere Kameras vorgestellt. Da möchte man doch zu gerne zugreifen! Aber wohin mit der guten, treuen Alten?

Ich bin bereit für eine neue Kamera, wenn ich nur wüßte was tun, mit der zur Zeit meistgenutzten? Brav zu den anderen legen? Irgendwie losschlagen über Ebay?  Auf dem Flohmarkt einen Stand aufbauen und hoffen, dass das verkäuferische Talent ausreicht?  Oder vielleicht doch eine Vitrine? Hinter Glas sieht das doch alles irgendwie gleich viel edler und wertvoller aus! :whistler:    

Warum um Gottes Willen heben wir nur immer alles auf? Das alte „Sammlergen“ ist nicht mehr passend für unsere schnelllebige  Zeit! :angel:

Sammeln kann sich lohnen!

Kaum zu glauben aber wahr:

:wow:   Eine Superman-Erstausgabe wurde jetzt für eine Million Dollar auf einer Internet-Auktion verkauft!

Damals für zehn Cent käuflich, jetzt hat es eine Million Dollar eingebracht: Ein Heft des „Action Comic No. 1“, das erste Superman-Comic aus dem Jahr 1938, hat seinen Besitzer gewechselt. Es soll nur noch wenige Exemplare dieser Ausgabe geben.

Auf dem Cover zeigt es Superman, wie er ein Auto hochhebt. Es wird vermutet, dass es nur noch etwa 100 Exemplare dieser Ausgabe gibt, die als „Heiliger Gral“ der Comics gilt.

Der bisherige Höchstpreis für eine Superman-Erstausgabe lag bei 317.000 Dollar. Das jetzt verkaufte Exemplar erzielte auch deshalb einen weit höheren Preis, weil es besonders gut erhalten ist. „Das ist wie ein Diamant oder ein anderer kostbarer Stein“, sagte der Comic-Händler John Dolmayan, der im vergangenen Jahr im Kundenauftrag das Exemplar für 317.000 Dollar ersteigert hatte.

Das ist ein durchaus beachtlicher Zugewinn für nur ein Jahr Wartezeit. Bei der „falschen“ Bank angelegt, hätte das Geld verloren sein können. Hier hat sich die Geduld wirklich bezahlt gemacht! :grinsgruen:

Wieso haben wir eigentlich all die guten alten Mickey Mouse, Fix und Foxi, Asterix etc. Hefte alle weg geworfen? :stirnwand:

„Animal Hoarding“

Alles wird gesammelt: Spieluhren, Waffen, Erstdrucke, Bierdeckel und natürlich (ganz seriös) Briefmarken und Münzen. Jetzt haben wir es amtlich, es werden auch Tiere gesammelt, bezeichnet als „animal hoarding“ und belegt durch den neuesten Fall „Das hatte es sogar in Berlin noch nicht gegeben, 1700 Vögel in einer ca. 63 qm großen Zwei-Zimmer-Wohnung!“

:nogo:

Irgendwie habe ich den Eindruck, in unserer XXL-Zeit ist auch diese Meldung ganz sicher noch zu toppen!

:whistler: