PicStory #96

anno domini 1633 Das Holzschnitzerdorf Oberammergau liegt in Oberbayern. Wenn man durch die Gassen von Oberammergau schlendert, kann man der Lüftelmalerei praktisch nicht entkommen. An fast jedem Haus kann man diese im 18. Jahrhundert entstandenen Freskenmalereien bewundern.

anno domini 1633 im DetailDie Lüftlmalerei stammt eigentlich aus Italien zu Zeiten des Barock (1600 bis 1750) und fand erst am Ende der Epoche im Voralpenland die Begeisterung der Bewohner. Die Bezeichnung für diese Fassadenkunst beruht höchst wahrscheinlich auf der Tatsache, dass einer der bekanntesten Lüftlmaler, Franz Seraph Zwink (1748 – 1792) im Haus „Zum Lüftl“ wohnte.

PilatushausDas Pilatushaus im Ortszentrum ist eines seiner bekanntesten Werke. Erstmals bemalt 1784 von Franz Seraph Zwink.

Pilatushaus DetailDie Lüftelmalerei zeugte vom Reichtum der Hausbesitzer und wurde daher meist von reichen Händlern, Handwerkern und Bauern an ihren Fassaden angebracht. Wie bereits bei den Holzschnitzereien wurden hier hauptsächlich religiöse Szenen und Heilige ausgewählt. Das wundert einen allerdings kaum, wenn man die enge religiöse Verbundenheit der Einheimischen durch die Passionsspiele berücksichtigt.

Um die Kunstwerke auch wetterfest auf der Fassade anzubringen, bedarf es einer besonderen Technik. So wurde auf den frischem Putz durch den Maler die mineralische Wasserfarbe aufgetragen. Die nun entstandene Verbindung zwischen Farbe und Putz war wasserunlöslich geworden und wird wohl auch weiterhin von vielen Touristen bestaunt werden.
Denn auch wenn man ganz genau hinschaut, die optische Täuschung ist einfach perfekt!  :applaud:

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