12 magisches Mottos – April

Starke Kontraste lassen Zartes noch Zarter und Hartes noch Härter,
Helles noch Heller und Dunkles noch Dunkler erscheinen.
So wie hier bei dieser sich sanft bauschenden Feder auf einer schwarzen Marmorplatte.

Ein Foto aus dem Palazzo Vecchio in Florenz.
Der kürzlich restaurierte Saal ist Michelangelo und den florentinischen Künstlern gewidmet.
Er zeigt Werke vom Ende des 15. bis  Anfang des 16. Jahrhunderts.
Die Wände sind in einem intensiven Rot gestrichen, Purpur um genau zu sein,
was die Aufmerksamkeit bereits vom Flur auf sich zieht.
Saal 35 ist zweifellos DER schönste in den ganzen Uffizien

Alle, wirklich alle drehen dieser lasziv dahin schmelzenden Göttin den Rücken zu.
Sie bestaunen voller Ehrfurcht das einzige Gemälde auf einer Tafel von Michelangelo.

Ich gestehe gerne, mich hat dieser künstlerische Widerspruch fasziniert.
Obwohl ich sicher zur Minderheit gehörte, weil ich eben nicht das berühmte Gemälde fotografiert habe.

Hier, auf dem Mittelalter-Marktfest in Bad Münster am Stein-Ebernburg
hat mich natürlich der Größenunterschied zwischen dem „Stelzenmann“ und dem „Normalo“ begeistert. 
Er schaut gelassen auf das bunte Treiben zu seinen Füßen
und die restlichen Menschen machen seinen langen „Beinen“
respektvoll Platz. Schließlich will keiner,
dass er sich verheddert und der ganzen, stattlichen Länge nach hin fällt.

Als Freizeit-Strickliesel begeistern mich immer die herrlichen Farbkontraste
der flauschig-feinen Wollknäuel.

Über diesen Kontrast musste ich sofort schmunzeln:
Hier trifft Historie auf Moderne!
Entdeckt habe ich die altmodisch-modische Dame ebenfalls auf dem
Mittelalterlichen Markt auf der Ebernburg.

Unsere Welt wird beherrscht von Kontrasten. Ob es die Jahreszeiten sind,
die Technik oder das gute alte Handwerk, das ja heute wieder gepflegt wird,
ob es unsere Stimmungen sind, die geschwinde von „Himmelhochjauchzend“
bis zu sofortigem „zuTode betrübt“ wechseln können 
oder ob wir die berühmten „Tränen lachen“.
Kontraste bereichern unsere Gefühlswelt!
Kontraste gehören einfach zu unserem Leben!


…im April möchte Paleica „Kontraste“ sehen.

12 magische Mottos – März

Bewegung hält uns gesund und tut unserem Körper gut.
Auch der Geist wird erfrischt und wir fühlen uns wohl.
Das gilt auch, wenn wir mal nur zuschauen,
wie zum Beispiel der nimmer endenden Wellen- und Sog-Bewegung,
den Radrennfahrern, die ihr Bestes geben um möglichst einen Pokal mit nach Hause zu nehmen
oder aber den Folklore-Tanzgruppen, die zu dem noch unser Ohr mit fröhlichen Melodien erfreuen.
Hunde und Frauchen sowie Herrchen eilen im Gleichschritt und bewegen sich munter
die Uferpromenade entlang, vielleicht lockt ja am Ende noch ein leckerer Cappuccino …

Fest steht, wenn am Ende eine Belohnung winkt, geben Mensch und Tier bewegungstechnisch ihr Bestes:

Geradezu akrobatische, fliegerische Kunststücke vollführen die Seemöwen,
wenn aus dem am Ufer liegenden Restaurant der Koch die Reste der Frisch-Fisch-Zubereitung verteilt!

Rücksichtslos wird um jeden Brocken gekämpft, geschrieen, und vor allem mit
kräftigen und mächtigen Flügelschlägen der Mitessen verjagt 
und erst, wenn auch das letzte Bröckchen vertilgt worden ist, kehrt wieder Ruhe ein!

…im März möchte Paleica „Bewegung“ sehen.

Blau verbindet!

 Hunde und Herrchen
Gasse gehen, einmal ganz in Blau!
Jeans, Schuhe, Hundegeschirr, Hundeleine…. hier wird eindeutig ins Blaue hineinspaziert! :blueyeah:

 blue monday
mein Beitrag zum Blue Monday – Projekt von Smiling Sally

SchnappWort #29

young dogs

Während der Hundehalter den Blick lieber in die Ferne schweifen läßt und dabei, zumindest mit einem Bein, die Balance nicht perfekt hält, scheinen die beiden jungen Hunde untereinander auszumachen, wer von ihnen jetzt zuerst runterspringt und damit riskiert, dass Herrchen auch „den Abgang“ macht!“  :whistler:

 Schnapp-Wort
Mein Schnapp-Wort lautet also heute “Hunde
für Always Sunny

Wie konntest Du nur?

Wie konntest Du nur?

Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund. Immer wenn ich „böse“ war, erhobst Du Deinen Finger und fragtest mich „Wie konntest Du nur?“ – aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.

Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff. Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte nicht schöner sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel, denn „Eiskrem ist schlecht für Hunde“, sagtest Du), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.

Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen – und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen. Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.

Sie, jetzt Deine Frau, ist kein „Hundemensch“ – trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen, versuchte, ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr. Ich war glücklich, weil Du glücklich warst. Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern. Nur dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Hütte. Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem „Gefangenen der Liebe“.

Als sie aber grösser waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase. Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung – denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden – und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre.

Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt. Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich. In den letzten Jahren hast Du nur noch mit „Ja“ geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von „Deinem Hund“ in „nur einen Hund“ verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir zum Dorn im Auge.

Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl für „Deine“ Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.

Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die Formulare aus und sagtest „Ich weiß, Sie werden ein gutes Zuhause für sie finden“. Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in „mittleren“ Jahren erwartet – auch mit „Stammbaum“. Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie „Nein, Papa, bitte! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!“ Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben. Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie schüttelten den Kopf und fragten „Wie konntest Du nur?“.

Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren. Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du – dass Du Deine Meinung geändert hättest – dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei… oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte. Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.

Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen, und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen. Meiner Natur gemäß war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.

Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte. Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte „Wie konntest Du nur?“

Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb „Es tut mir ja so leid“. Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich alleine gestellt wäre – einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort. Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein „Wie konntest Du nur?“ nicht ihr galt. Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.

Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen.

Eine Geschichte zum Nachdenken. Mit freundlicher Genehmigung von Jim Willis.
„How Could You?“ , Copyright Jim Willis 2001, tiergarten@onebox.com, Homepage
(Übersetzt aus dem Amerikanischen von Elvira Rösch & Nicole Valentin-Willis)

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