Schmiedekunst # 14

von ELKE (Mainzauber) und BRIGITTE (Blechi)

Im Ettal, versteck zwischen Waldstücken, liegt die „Königliche Villa“ Ludwigs II.

Der Bau ist kleiner, als er von Ferne wirkt. In der Mittelfront der Fassade heben vier zeitgenössische Figuren das bayerische Wappen in den Giebel hinein. Darüber stemmt „Atlas“ eine Tierkreiskugel hoch, ganz oben leuchtet das Sternkreiszeichen Jungfrau, unter dem Ludwig geboren ist. Vier bärtige Karyatiden aus Zinkguss, sandsteinartig überzogen, tragen den Balkon. In der Mittelnische hält „Victoria“ zwei (!!) Kränze, vermutlich für die beiden Ludwige Frankreichs, den Sonnenkönig und Louis XV.

Üppig mit Gold verzierte Balkongeländer sind für ein Königsschlösschen Pflicht!
Die Fassaden des zweistöckigen Bauwerks sind im historistischen Stil
in Anlehnung an das Rokoko gestaltet.

Karyatiden sind – eigentlich weibliche -Skulpturen einer Figur mit tragender Funktion.
Warum König Ludwig II hier bärtige, eindeutig männliche Figuren verwenden ließ,
kann jeder interpretieren, wie er mag. :blinker:

 

Das Eingangstor ist natürlich auch reichlich goldverziert und ein glänzendes Beispiel,
für die seinerzeit bevorzugte und geförderte Schmiedekunst.

Tagged , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

19 Responses to Schmiedekunst # 14

  1. Elke says:

    Sehr, sehr prächtig – wie sooft in Bayern. Ich bin jetzt an den „Karyatiden“ hängen geblieben. Werden die denn für diesen Bau irgendwo so bezeichnet, weil du diesen Begriff benutzt aber gleichzeitig darauf hinweist, dass Karyatiden normalerweise Frauenfiguren sind? Ich bin da nicht so bewandert, aber es gibt doch sicher auch einen Ausdruck für das männliche Pendant – oder nicht? Denn diese männlichen Figuren mit tragender Funktion sind ja nicht gerade selten. Das würde mich jetzt wirklich interessieren.
    Lieben Gruß
    Elke

  2. Elke says:

    Okay – ich habe es schon gefunden – das männliche Gegenstück ist der Atlant. Atlanten haben im Unterschied zur Karyatide die Arme erhoben und oft auch den Oberkörper vornübergebeugt, um das Tragen der Last auf den Schultern anschaulich zu machen. Die weiblichen Karyatiden stehen im Allgemeinen aufrecht.
    LG – Elke

    • admin says:

      Liebe Elke, toll, dass Du etwas herausgefunden hast. Es ist wirklich genau so wie Du es beschreibst und ich finde das außerordentlich interessant. Danke ?

  3. ck says:

    Prächtig, prächtig dieses Schloss! Und so wunderbar erhalten. Die vergoldeten schmiedeeisernen Balkone sind wunderschön. Interessant, wie viele wesentlich unbedeutendere Fürsten und Könige sich an Luis XV. so orientierten. Hier in Sachsen war es im Barock August der Starke, in Bayern Ludwig der II., und jeder in einer anderen Zeit.
    LG, Christiane

    • admin says:

      Liebe Christiane, früher, ja früher konnten sich die Mächtigen noch in kunstvollen, riesengroßen Bauwerken selbstverwirklichen!!! :) Schloss Linderhof ist übrigens wirklich das bisher schönste Schloss, das ich besichtigen durfte. Lage, Außenanlagen und vor allem die Innenausstattung sind einmalig und nicht zu toppen! Lieben Gruß zurück ?

  4. Johanna says:

    Hallo Moni,
    sehr schön, das Gebäude wirkt auf mich wie eine riesige Sahnetorte.Und an dem wirklich bezaubernden Tor haben die plastischen vergoldeten Rosen sofort meinen Blick eingefangen.
    Schöne Grüße, Johanna

    • admin says:

      Liebe Johanna, dieses Schloss ist wirklich unübertroffen prächtig, vor allem auch im Inneren. Vergleichbares habe ich bisher noch nirgendwo gesehen, selbst Neuschwanstein verblaßt dagegen! Lieben Gruß zurück ?

  5. Kerstin says:

    Wie pompös, aber das Geländer und das Tor sind schon beeindruckende Details.

    LG, Kerstin

  6. Jutta says:

    Liebe Moni,

    eins muss man den Herren von damals lassen, sie hatten Geschmack und einen Sinn für das Schöne. Prächtig sieht dieses Schloss aus und die Balkone und Türen ganz besonders.

    Liebe Grüße
    Jutta

  7. Birgitt says:

    …sehr prunkvoll, liebe Moni,
    nicht nur die Gitter sondern auch das ganze Schloß…

    lieber GRuß von Birgitt

  8. minibar says:

    Was für ein schöner Beitrag.
    Ich bin begeistert.
    Auch deine Texte sind großartig.
    Das Tor als Krönung ist der Wahnsinn!

  9. Susanne says:

    Welch eine Pracht und ein Prunk, aber wunderschön anzusehen.

    LG Susanne

  10. Brigitte says:

    Das ist ja wirklich ein ganz edles Stück, das dir da vor die Linse gekommen ist. Prunk pur.
    Tschüssi Brigitte

  11. carry007 says:

    liebe moni,da hast du ein wundervolles schloss entdeckt – und wie schön diese ganzen details sind,ich bin begeistert !
    liebe grüsse karin

  12. Mandy says:

    Hallo liebe Moni,
    heute wander ich mal wieder durch meine Lieblingseiten und bin nun bei dir hängen geblieben. Ich mag Schlösser generell, aber was der olle Ludwig hat erbauen lassen, war schon immer eine Pracht. Klasse, dass du uns eine Begleitung auf deinem Ausflug gewährst…

    Und wie immer natürlich liebe Grüße für dich. Mandy

    • admin says:

      Liebe Mandy, ich war wirklich überrascht von so viel Pracht auf doch ziemlich kleinem Raum. Gerne habe ich Euch mitgenommen und freue mich, dass es Dir gefallen hat. Lieben Gruß zurück!

  13. Ruthie says:

    Aha. „Schön“ is too short. Naja, dann eben „sehr schön“ ;)

  14. Kerstin says:

    Linderhof gehört zu meinen Lieblingsschlössern – und habs gestern zum GeoABC gebloggt, witzig dass ich es heute hier bei Dir auch entdecke ;-)

    Und ja ich geb Dir Recht – Neuschwanstein kann nicht mithaltne!

    Schöne Fotos!!

    LG Kerstin

    • admin says:

      Liebe Kerstin, da gehe ich jetzt gleich mal bei Dir schauen. Leider durfte man ja im Inneren nicht fotografieren, so trage ich die prächtigen Räumlichkeiten im Geiste mit mir rum, und erinnere mich gerne daran.