Edle Nasenschilder

Die mittelalterlichen Zünfte symbolisierten ihren Beruf und ihren Zusammenhalt in Form von Zunftzeichen. 
Die Zünfte sind längst vergangen, ihre Zeichen in Form von Symbolen existieren immer noch. 
Eine besondere Form waren und sind die Wirtshausschilder.

Das Nasenschild ist eine traditionelle Form der Werbeschilder,
das an der Hauswand einer Gaststätte oder eines Geschäfts verankert wird und rechtwinklig,
wie eine Nase aus dem Gesicht, vom Haus aus in den Straßenraum ragt.
Es gilt als besonders geeignet, Passanten auf ein Geschäft aufmerksam zu machen
und ist so gestaltet, dass sein Kennzeichen von beiden Seiten gut zu sehen ist.

Sie stellen eine besondere Verbindung her zwischen dem Gastwirt und – so war es früher üblich –
seinem eigentlichen Beruf. Denn der Ausschank wurde nebenberuflich betrieben.

Hier sieht man neben der „goldenen Sonne“ ein kleines Posthorn und einen Postreiter.
Man kann also davon ausgehen, dass hier früher eine Poststation betrieben wurde
und man natürlich dem durstigen Postmann etwas zum Trinken brachte.

Eine üppig geschmückte Krone und darüber ein beherzter Rittersmann, der einen Drachen bekämpft,
lässt vermuten, dass nach dem Kampf der Recke sicher nicht nur hungrig sondern auch durstig war
und man ihm zum Dank für die Befreiung von dem Untier gerne etwas spendierte.

Was hier wohl an „fliegende Hexen“ ausgeschenkt worden ist?
Das winzige Lokal war leider geschlossen, deshalb kann ich auch hier nur Vermutungen anstellen,
wie ich es auch bei den vorherigen Schildern schon getan habe.

Ein besonderes Gebräu für den Ritt durch die Walpurgisnacht?
Kann sein, denn allein der Glaube an die Wirkung half schon zu allen Zeiten!
Leider fehlte der Inhalt in dem besonders ausgeleuchteten Rundbogen. Schade….

Heute wird ja mehr mit Licht und Wort-Akrobatik geworben!

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29 Responses to Edle Nasenschilder

  1. Markus says:

    Das ist ja witzig, hab mich schon oft gefragt wie diese Dinger denn heißen und woher sie kommen… Wieder was gelernt, hat sich ja jetzt schon gelohnt den „follow“ Button zu drücken ;-) Auf diesen Namen wär ich echt nie gekommen, Nasenschilder… ;-))

    • Moni says:

      Danke fürs Drücken, Markus :-)
      ich finde die Bezeichnung auch lustig. Sie zeigt, wie einfallsreich und assoziativ auch unsere „Altvorderen“ schon waren, gell.

  2. hanneweb says:

    Das ist ja wirklich sehr interessant liebe Moni und wusste bisher nicht, dass diese Schilder, die auch ich immer wieder gerne ins Bild setze, Nasenschilder heißen.
    Herzlichen Dank für wieder mal Schließung einer Bildungslücke bei mir!😀
    Liebs Grüßle von Hanne🌻🍀

    • Moni says:

      Wir eifrige Blogerinnen, liebe Hanne,
      lernen ja doch beinahe täglich etwas Neues, Interessantes, Wissenswertes und wissen, dass man eigentlich nie genug wissen kann und lebenslanges Lernen sehr wichtig für uns ist.

  3. Nova says:

    Jaaa…und ich finde es so schade das auch andere Berufe ihre Nasenschilder „verbannt“ haben. Fand und finde ich schon immer schön.

    Tolle Beispiele und Schilder hast du fotografiert.

    Liebe Grüsse

    N☼va

  4. Maje says:

    Guten Morgen Moni,
    ach… Nasenschilder heißen die Dinger? ich freu mich immerwieder wenn ich in alten Städtchen eins sehe und habe auch schon einige fotografiert!
    Einige hübsche Exemplare hast du mitgebracht; vor allem das mit der Hexe mag ich! Im entsprechenden Gasthaus wird bestimmt Zauberwasser ausgeschänkt!

    Ich klebe übrigens öfter mal Modellhäuschen für unsere Eisenbahnanlage zusammen; da bringen mich die filigranen Teilchen oftmals zur Verzweiflung, zumal ich keine Klebstoffspuren mag… Aber die richtige Bezeichnung wurde meines Wissens in den Anleitungen auch nie genannt; da heißt es immer nur: Deko zusammen- und ankleben…

    Ich wünsche dir einen schönen Tag,
    liebe Grüße, Maje

    • Moni says:

      Ist ja toll, liebe Maje,
      mich würde es sehr interessieren, mal einige Deiner Modellhäuschen im Blog bewundern zu dürfen.
      Magst Du nicht mal etwas zeigen? Ich würde mich freuen, ich liebe Modellbau.

      • Maje says:

        Liebe Moni,
        das will ich gerne machen. Kann aber ein bisschen dauern; momentan zieht unsere Bahn vom Keller auf den Dachboden und ist mehr oder weniger verpackt; aber ich habs im Hinterköpfchen!

        Liebe Grüße :)

  5. Rumpelkammer says:

    wow
    schöne Exemplare..
    das sie Nasenschilder heißen wusste ich nicht ;)
    aber ich habe sie auch schon immer gerne im Bild festgehalten
    auch die Handwerksschilder
    liebe Grüße
    Rosi

    • Moni says:

      Handwerksschilder, liebe Rosi,
      sind heutzutage genau so rar wie echte Handwerker mit kleinen Läden, gell.
      Aber wir halten Ausschau danach, gell. :-)

  6. Clara HH says:

    Liebe moni, du hast ja wirklich prächtige Exemplare von Nasenschildern gefunden und uns gezeigt.
    Diese Form ist wohl die gebräuchlichste – ich wüsste nicht, wie man noch anders Reklame für sich machen kann, die so gut ins Auge fällt.
    Schönen Tag wünscht Clara

    • Moni says:

      Liebe Clara,
      mir gefallen die alten Schilder jedenfalls viel besser wie die heute übliche Neonreklame. Zumal die meisten Lokalitäten ja auch inzwischen Englisch bzw. das schreckliche „Denglisch“ bevorzugen.

  7. Ganz tolle besondere Schilder liebe Moni.

    Danke für den Namen -Nasenschilder- das wusste ich bisher nicht das sie so heissen. Das passt ja wunderbar.
    Ich hab auch schon einige fotografiert..weil ich sie so schön finde.Sehr schade das man in der Heutigen Zeit nicht so etwas wunderschönes herstellt. Wahrscheinlich gibt es fast niemanden mehr der diese Kunst beherrscht.

    Liebe Grüsse
    Elke

    • Moni says:

      Das kann gut sein, liebe Elke,
      alte Gaststuben verschwinden und die neuen tragen neue, englische und vor allem „hippe“ Namen!

  8. Klaus says:

    ein sehr schönes Namensschild ist das, beste Grüße von mir für dich, Klaus

  9. Birgitt says:

    …schöne Beispiele hast du gefunden, liebe Moni,
    ich schaue auch immer danach und fotografiere gern…den Begriff Nasenschilder habe ich allerdings bisher noch nicht gehört,

    liebe Grüße Birgitt

    • Moni says:

      Danke, liebe Birgitt,
      heute muss man wirklich diese Schilder suchen. Fotografieren lassen sie sich auch nicht so einfach, meistens passt das Licht nicht wirklich, gell. ;-)

  10. Jutta says:

    Wobei ich sagen muss, dass mir die heutige Werbung zunehmend mehr auf die Nerven geht, liebe Moni. Da gefallen mir Deine gesammelten Wirtshausschilder viel lieber. Das Wort Nasenschild ist mir auch neu und ich hatte auch erst den Gedanken, dass man beim Anblick mit der Nase auf etwas gestoßen wird.
    Ich freue mich auch immer, wenn ich noch eines entdecken kann.

    Liebe Grüße
    Jutta

  11. Nasenschilder… noch nie gehört.
    Aber schöne hast du gefunden und uns gezeigt.
    Liebe Grüsse ♥
    kkk

  12. Eva says:

    Bloggen bildet liebe Moni,

    von Nasenschildern habe ich noch nie etwas gehört.
    Aber klasse sind sie und wunderbare Fotos.

    Aber ich habe gerade gelesen, dass auch neuere Schilder, die so an die Straße angebracht werden, Nasenschilder sind.
    Puuhhh Schande, sollte ich eigentlich wissen. Früher habe ich Werbeanlagen bzw. deren Genehmigung an Häusern bearbeitet. Aber von Nasenschildern hat kein Mensch was gewusst, das waren einfach Werbeanlagen.

    Vielen Dank für die Information
    Lieben Gruß Eva

  13. Silvia says:

    Wunderschön sind diese alten Zunfthäuser mit ihren Schildern. Vor allem mein Mann liebt diese geschichtsträchtigen Bauten sehr. Wir suchen sie bei einer Stadtbesichtigung oft auf um dort zu essen. Diesen Sommer machten wir eine seltsame Erfahrung. Aussen ein altehrwürdiges Zunfthaus – Innen ein mexikanisches Speiselokal. Das hatten wir natürlich nicht erwartet und waren überrascht. Irgendwie passte es einfach nicht zusammen.
    Herzlich, Silvia

  14. Elisabetta says:

    Liebe Moni, diese Nasenschilder sehen sehr gut aus – ich mag sie auch gerne und habe schon einige in meinem Archiv lagern *gg*
    In Deutschland sind sie noch wesentlich öfters verbreitet als bei uns und vor allem sind sie auch viel aufwändiger hergestellt.
    Speziell im Schwarzwald konnte ich viele schöne finden.

    Tolle Bilder.

    Liebe Grüße
    Elisabetta

  15. richtig hübsche Schilder und ein Stück Geschichte. Schade, dass die leider verschwinden und durch häßliche Reklame ersetzt werden.

  16. Britta says:

    Hier gibt es solche schönen Schilder leider fast gat nicht mehr.
    Einige Nase findet man noch in Buxtehude oder Stade.
    Ich finde es schade, zum einen sind sie so schön und zum anderen geht damit auch wieder ein Stück altes Kunsthandwerk verloren.

  17. Zabor says:

    Eine schöne Sammlung von Schildern…das ist echte Werbung mit echter Handarbeit. Wie schön wären unsere Städte wenn jeder ein so schönes Nasenschild hätte.

  18. Klaus says:

    lass es dir gut gehen und passe auf dich auf, Klaus

  19. Dies und Das says:

    Da hast du ein schönes „Quartett“ ausgesucht!!
    Schade, dass viele solcher mit handwerklicher Kunst gemachter „Nasenschilder“ verschwunden sind. „Geschäft weg Schild weg“ ;-(((
    Schönen Gruß,
    Luis

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