Keine Spendenflut in Sicht?

Pakistan ist in den Wasserfluten versunken. Die Hälfte des Landes – über die gesamte Länge – steht unter Wasser. Doch die Deutschen spenden nur zögerlich. Die Sorge ist groß, Terroristen zu finanzieren und die Korruption im Land zu fördern. Die Frage vieler potenzieller Spender lautet: Kommt das Geld wirklich bei den Hilfsbedürftigen an? Pakistan gehört zu den Ländern, die mit Korruption auf allen Ebenen und in allen Lebensbereichen zu kämpfen haben.

Die wirklich Reichen in unserem Land verweisen unentwegt auf ihre sonstigen sozialen Engagements und die restlichen 80% der Mittel-und Kleinstverdiener sehen sich jetzt schon seit Tagen in den Medien einem ununterbrochenen Spendenaufruf ausgesetzt. Kein Tag vergeht ohne Spezial-oder Sondersendung und jeden Abend sehen wir fast immer die gleichen Bilder von den Ärmsten der Armen, vor allem von weinenden Kindern.

Man gewinnt den Eindruck, dass hier die Spendenfreudigkeit massivst belebt werden soll, obwohl sehr viele Deutsche, die in der Vergangenheit geradezu exorbitant hohe Summen (überwiegend bestehend aus Klein-und Kleinstspenden) an die Hilfsorganisationen überwiesen haben, bitter enttäuscht worden sind. Unsere Spenden sind weder in Haiti noch in New Orleans oder in Asien nach dem Tsunami wirklich bei den Bedürftigen angekommen. Korrupte Beamte, Funktionäre und andere lokale oder regionale Machthaber halten immer wieder erfolgreich die Hand auf. Warum also sollte es jetzt in Pakistan anders sein?

Wir haben aus der Vergangenheit gelernt und akzeptiert, dass wir gegen Korruption nichts machen können. Aber unterstützen brauchen wir sie nicht noch extra. Warum gibt es nicht wie bei der Nato für Kriegseinsätze eine schnelle Eingreiftruppe unter Führung der UNO bei Naturkatastrophen? Die heute geübte Spendenpraxis ist ein Flickenteppich mit einem unsäglichen Verwaltungsapparat, der als erstes einmal finanziert werden muss, bevor die Hilfe bei den Menschen ankommt.

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2 Responses to Keine Spendenflut in Sicht?

  1. Liebe Moni, ich finde es gut, wenn einigen Bürgern unseres Landes langsam die Augen aufgehen und sie erkennen, das es doch wohl besser ist vor Ort zu helfen und nur da, wo man genau weiß, hier wird das Geld genau für das verwendet, wie ich es wünsche.

    Allerdings gibt es sicherlich auch Spender, die denken gar nicht weiter darüber nach wofür sie spenden und wohin das Geld geht, sondern sie verschaffen sich damit ein gutes Gefühl, das ihr schlechtes Gewisssen bereinigen soll, aus welchem Grund auch immer.

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag. Die Sonne scheint :-)

    Liebe Grüsse
    :-)

  2. Marianne H. says:

    Man spricht auch von einem Sommerloch…hmmmh, erscheint mir alles sehr fragwürdig.
    Gespendet haben wir und tun das nicht oft, nun hoffen wir, daß auch alles da ankommt, wo es gebraucht wird.

    GLG Marianne ;-)

    PS: Das dauert, bis er deine Seite hat….!!

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