Informationsdefizit

Der deutsche Bürger leidet ganz erheblich unter einem Informationsdefizit seitens der KrankenGesundheitskassen. Hier ein paar Beispiele:

  • Sämtliche Aktionen zur Rettung und/oder Soforthilfe – z.B. Krankenwagen, Rettungshubschrauber etc.- werden dem Verursacher in Rechnung gestellt. Ich habe nie eine Info darüber erhalten, dass ich jetzt den Krankentransport zumindest anteilig mitbezahlen muss.  
  • Wie mickrig der Leistungsanspruch bei Sehhilfen und  Zahnersatz ist, erfährt man erst, wenn man die Rechnung bzw. den Kostenvoranschlag eingereicht hat, und dann auch nur unter Vorbehalt. Auch hier erfährt man von Änderungen (grundsätzlich zu Lasten des Patienten) erst bei Inanspruchnahme (bzw. beim Versuch der Inanspruchnahme)  der Leistung.
  • Hilfsmittel wie Verbandsmaterial oder Gehhilfen werden gar nicht mehr bezahlt. Da solche Dinge meistens nach Unfällen erforderlich sind vermute ich, hier wird die Eigenleistung als eine Art Bußgeld gesehen, weil man zur falschen Zeit am falschen Ort sich falsch bewegt oder auch nicht bewegt hat.  
  • Gestern abend lief in SWR 3 ein Beitrag über die Möglichkeiten, Gehörlosen durch ein sogenanntes Cochlea Implantat wieder eine bessere Lebensqualität zu verschaffen. Der anwesende Professor erklärte, dass für rd. 1 Million ertaubten oder taub geborenen Menschen von der Krankenkasse lediglich 250 Operationen pro Jahr bezahlt werden. Entweder man bezahlt die rd. 20.000 Euro aus eigener Tasche oder man wird auf eine nicht endenwollende Warteliste gesetzt. Ein  weiteres Paradebeispiel für unsere (angeblich nicht vorhandene) 2-Klassen-Gesellschaft.
  • Bisher gab es für Blinde ein sogenanntes Blindengeld in Höhe von maximal 400 Euro. Hier wurde jetzt sofort der Rotstift angesetzt und dieser Zuschuss radikal um die Hälfte auf rd. 200 Euro gekürzt. Bist du alleine auf der Welt, hast du Pech gehabt. Ansonsten sollen sich deine Angehörigen gefälligst um dich kümmern.  
  • Kosten für einen Blindenhund werden „in der Regel“ von den Kassen bezahlt. „In der Regel“ bedeutet, dass sich die meisten Kassen auf den Standpunkt stellen, dass auch eine Schulung mit Blindenstock ausreichen würde und daher nicht bezahlen. Ein Hund verursacht normalerweise laufende Kosten, ein Stock ist eine einmalige Anschaffung!
  • Künstliche Befruchtung: Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten in voller Höhe, andere wiederum nur bis 50%, der Rest ist Eigenanteil. Meistens werden maximal 3 Versuche übernommen, das variiert bei den einzelnen Kassen. Wir haben zwar nicht genügend Kinder, aber wenn die Menschen Kinder wollen, dann sollen sie gefälligst dafür auch selbst bezahlen. Sozusagen als Einstieg in die „Kostenfalle Kinder“!

Diese Liste ist natürlich bei weitem nicht vollzählig. Um aber Gallenschäden zu vermeiden, ist jetzt eine kleine Pause nötig. Tief ein- und ganz langsam wieder ausatmen, denn es werden sicherlich im Laufe der nächsten Wochen und Monate eine Vielzahl von Streichungen und Kürzungen auf uns zukommen. Alle unter dem Deckmantel der „Eigenverantwortung“!

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One Response to Informationsdefizit

  1. hi,good apple in your post,I love thatelegantapple,I need to find one for me,jane

♥ DANKESCHÖN von Herzen, dass du dir die Zeit genommen hast, hier vorbeizuschauen, zu lesen und zu kommentieren. Über jedes freundliche und aufmerksame Wort freue ich mich wirklich sehr! Liebe Grüße und bis bald! ♥ THANK YOU so much for stopping by, taking you time to look, to read and to leave a comment. I read and appreciate every single word. Take care and best wishes!